CARGOBULL TELEMATICS
Trailer-Telematik – zweite GenerationDie Überwachung von gezogenen Einheiten mit den Mitteln der Informationstechnik ist seit etwa zehn Jahren aktuell. Die ersten Systeme der „Dot.com“-Zeit hatten allerdings sowohl in der Gerätetechnik als auch in der kundenspezifischen Aufbereitung der Daten selten überzeugt. Von den Anbietern auf Seiten der Trailer-Hersteller in Europa hat lediglich Schmitz Cargobull das eigene Telematik-Projekt weiter verfolgt, das heute von der eigens gegründeten Tochtergesellschaft Cargobull Telematics GmbH betreut wird. Im Jahre 2004 wurde ein komplett neues System vorgestellt, das jetzt mit einer optimierten Gerätetechnik ausgestattet wird.
Die Nachfrage nach Systemen zur Dokumentation der Bewegungen von Ladungsbehältern und Fahrzeugen betrifft sowohl die Ladung als auch das Fahrzeug. Aufgrund der „Rückverfolgbarkeits“-Richtlinie der EU (178/2002) wurden vordringlich Anlagen entwickelt, die Kühlgeräte und Kühlkoffer-Temperaturen sowie die Türen am Ladungsbehälter überwachen und dokumentieren, um die geforderten Nachweise im Lebensmittel-Transport zu liefern. Die Qualitätssicherung erfasst immer mehr Zweige des Transportgeschäfts (etwa die SQAS in der Chemischen Industrie), so dass die Aufgaben für Telematik im Trailer immer umfangreicher und spezifischer werden. Bisher wenig entwickelt war die Überwachung der Technik des Trailers. Die Hersteller der Bremsgeräte liefern inzwischen aus ihren EBS-Anlagen und verschiedenen Peripheriegeräten (Reifendrucküberwachung, Bremsbelagverschleißanzeige) zunehmend Informationen, die mittels Trailer-Telematik erfasst, verschickt und ausgewertet werden können. Die Standortbestimmung und die Streckendokumentation sind hierbei nur noch eine Kernkompetenz der Anlagen, keine besondere Fähigkeit.
Die Konzeption von Telematik-Anlagen muss deshalb heute schon für mögliche spätere Zusatzfunktionen vorbereitet sein. Ein wichtiger (Kritik-) Punkt war bisher auch die Komplexität der Anlagen, vor allem die Außenmontage von Antennen. Die neue Cargobull-Telematik-Zentraleinheit zeichnet sich dadurch aus, dass Batterie und GPS/GSM-Antennen in das Gehäuse integriert sind. Die Steckverbindungen erfüllen die Schutzklasse IP6K9K (staubdicht/wasserhochdruckfest); die Erfassung von Temperaturdaten und der Diagnoseanschluss erfolgen über RS232-Schnittstellen. Zusatzfunktionen des Trailer-EBS erfasst die Telematik über einen GIO- (generic input/output)Anschluss, die EBS-Daten liefert eine CAN-Verbindung. Für die Integration einfacherer Funktionen (zum Beispiel Türkontaktschalter) nutzt das System die gegenüber CAN-Netzwerken einfachere LIN- (local interconnect network)Technik.
Die Cargobull-Telematik wird ohne Herstellerbindung für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge angeboten. Einschränkungen gibt es lediglich bei der Integration älterer EBS-Anlagen aufgrund deren ODR-Datenspeicher.
