SCHMITZ CARGOBULL, D-HORSTMAR

druckbehaelterDruckbehälter aus Kompositmaterial

Die Gewichtseinsparung ist im Trailerbau ein ständig aktuelles Thema. Allerdings ist die Preissensibilität viel höher als in der LKW-Technik. Der Einsatz besonderer Materialien und Verarbeitungstechniken, wie sie von der Kunststoff-Verbundtechnik angeboten werden, ist deshalb in der Anhängertechnik nur in den Bereichen Boden und Wand üblich, weil man wegen der einfachen Geometrien die Herstellungsprozesse beherrscht und solche Komponenten kostengünstig zu fertigen weiß. Die Verwendung von Komposit-Materialien, etwa hergestellt in Pultrusions- (Strangzieh)Verfahren oder Filament-Winding- (Gewebe-Wicklungs-)Verfahren sind bisher selten.

Die Anmeldung des Komposit-Druckbehälters durch Schmitz Cargobull fußt auf mindestens drei Patenten der Comat GmbH in Kaiserslautern. Und zwar über ein Herstellungsverfahren für Druckbehälter (DE 19937470 A1), eines zur Verbindung von Kunststoffrohren mit Deckeln („Tankboden“) (DE 102006019064 A1) und ein Verfahren zur Herstellung von Faserverbund-Rohren (DE 10304044 A1). Um als Druckbehälter verwendet werden zu können, müssen die Kessel nach der Druckgeräte-Richtlinie 97/23/EG geprüft sein, insbesondere entsprechend des Anhangs 1 der Sicherheitsanforderungen.
Die Druckluftbremsanlage in gezogenen Einheiten konnte bisher nennenswerte Gewichts-Einsparungen nur durch die Integration vieler einzelner Ventile in ein EBS-Modul und das Park-Rangier-Sicherheitsventil erzielen. Bei den Luftkesseln gab es nur die Alternativen Aluminium statt Stahl, die Einsparung eines separaten Behälters für die Luftfederung oder die Integration der Behälterfunktion in das Achsrohr. Der Kunststoff-Kessel hat neben der Unempfindlichkeit gegenüber innerer und äußerer Korrosion den Gewichtsvorteil von rund 20 kg pro Fahrzeug, ist recyclingfähig und wird von Schmitz Cargobull ohne Spannbänder mit einer Aufhängung an den Deckelseiten im Chassis montiert.

↑ Nach oben