DYNATEX S.A., B-MOUSCRON
Verstärktes Planendach CarapaxEine Plane ist üblicherweise nicht mehr als ein Wetterschutz. Gewebe und Beschichtung können nur in geringem Umfang Kräfte aufnehmen, die durch das Fahrzeug und das Planengestell in das Material eingeleitet werden.
Mit der Entwicklung der Curtainsider-Aufbauten wurde die frühere Vollplane in drei Segmente unterteilt, zwei Seitenplanen und die (Schiebe-) Dachplane. Während man für die Seitenplane stärkere Gewebe verwendet (meist 900 g/m²) und diese mit Gurten verstärkt, ist die Plane des Schiebedachs ein der Vollplane entsprechendes Material (circa 650 g/m²).
Seit der Entwicklung der Norm EN 12642 (Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen – Aufbauten an Nutzfahrzeugen – Mindestanforderungen) wurde die Prüflast für die Seitenwände vom 0,3fachen der Gewichtskraft („Code L“) auf 0,4 erhöht („Code XL“). Für einen 13,6 m Sattelanhänger bedeutet dies, dass die flächig auf die Seitenwand aufgebrachte Prüflast (im Prüfverfahren nach Anhang A) bei einer – üblichen – Nutzlast von 27 t 10.800 daN statt 8.100 beträgt. Je nach Anzahl und Konzeption der das Dach stützenden Seitenrungen kann es zu elastischen Verformungen der Seitenwände kommen, die über die in der Norm gesetzten 300 mm hinausgehen. Man hat diese Durchbiegung durch mehrere Methoden versucht zu unterbinden: erstens die Verbindung der beiden Schiebedach-Obergurte mittels Diagonal-Metallstreben oder Textilgurte (nur mit Mühe zu demontieren, wenn das Schiebedach genutzt werden soll). Zweitens die Verbindung der Querspriegel durch diagonal verlegte Stahlseile (die bei aufgeschobenem Dachpaket in Schlaufen herunter zum Ladeboden hängen). Drittens die Durchleitung der Drahtseile mit Hilfe von Umlenkrollen vorn auf die Stirnwand. Viertens das Verlegen der Seile in Planentaschen an der Unterseite der Dachplane.
Die Carapax-Plane unterscheidet sich von gewöhnlichen Planengeweben durch das Einbringen diagonal verlegter Stränge aus Aramid-Gurtbändern in das Material. Die Stränge können direkt in das Polyester-Trägermaterial eingewebt oder auf die PVC-Deckschicht der Plane aufgeschweißt werden. Aramidfasern sind vergleichsweise hitzebeständig (deshalb als Brandschutz des Planendachs für bahnverladbare Anhänger- und Aufbauten gegen den Funkenflug der Stromabnehmer bekannt) und extrem zugfest.
Die Patentanmeldung (WO 2007/110762 A2) verweist auf verschiedene Möglichkeiten der Anwinkelung der Stränge im Planendach – entsprechend der geforderten Aussteifung. Der Vorteil des Konzepts ist die Lösung des „Verstärkungs-Problems“ der Curtainsider mit Schiebedächern ohne separate Materialien durch die Verwendung modernster Faser-, Web- und Ausrüstungstechnologie.
